Tales from the Conversation-Base

Bei uns sieht der Nerdalltag meistens so aus: man surft, recherchiert, verläuft sich im Internet und will das Gesehene mit dem Mitnerd teilen. Idealerweise verschlüsselt und auf eigener Infrastruktur. Als Dienste nutzen wir schon einige Jahrzehnte IRC und XMPP.

Einen eigenen XMPP Server habe ich schon eine Weile. Nicht zuletzt seitdem der CCC immer wieder darauf hingewiesen hat, dezentrale eigene Server zu nutzen. Es ist ja auch sinnvoll eigene Infrastruktur zu haben und ein XMPP Server ist kein Hexenwerk. Außerdem bietet sich das Bundestrollministerium.de als XMPP Adresse an. 😉

Einzig die Frage nach dem Clienten – vor allem für Android – war immer schwierig. Wir haben ne Menge unbefriedigenden Kram durch. Doch vor etwas über einem Jahr fand Nerdwolf Conversations.

Conversations wird bei GitHub verwaltet und steht unter GPL. Die Übertragung von Texten und Bildern klappt super, man kann sogar direkt aus dem Messagewindow heraus die Kamera aufrufen. Wenn mehrere Clienten mit einem Konto online sind, muss man sogar wählen, an welchen Clienten, das zu sendende Bild gehen soll. Dazu kommen Gruppenchats und mehrere Benutzerkonten auf verschiedenen Servern. Conversations unterstützt TLS und es gibt diverse Plugins für Voice, Standort (mitunter echt hilfreich) usw.

Ursprünglich war die E2E-Verschlüsslung noch etwas umständlich, aber Conversations wird stetig weiter entwickelt und kommt heute sogar mit OMEMO und PGP Verschlüsslungsunterstützung daher.

Endlich keine Abhängigkeit vom FUCKING OTR mehr.

Ja OTR ist nett und plausible deniability und bla. Aber es ist unpraktikabel. Der Gegenpart ist manchmal offline, zb weil er mit der deutschen Bahn reist ….

OMEMO ist die Erlösung! Zumindest auf Androidbasis. Mit Pidgin und Axolotl ist es ein – immer noch ungelöstes – Thema für sich und unter Windows, laut Nerdwolf, auch. Aber eine Baustelle nach der anderen.

Nachdem wir einige Monate intensiv mit Conversations Texte, Bilder, Links ausgetauscht haben, wollten wir mehr. Conversations selbst ist spitze, aber die interne Infrastruktur reichte uns nicht.

miau

Wir sind ein ziemlich technoider Haushalt. Hier hat sogar unser Fernseher nen Androidstick, dazu kommen noch Tablets, Smartphones, eeepcs ❤ und die Arbeitsgeräte. Es sind immer wieder Nachrichten nicht auf dem Gerät gelandet, wo sie hin sollten, weil zb die Bahn mal wieder durch Funklöcher reiste, oder der Strom alle war oder oder oder. Mehrere Geräte und eine einzige Jabberadresse sind … Chaos.

Außerdem will man manchmal nen YouTubeVideo an den Fernseher schicken. Lange Rede kurzer Sinn, es war schnell klar:

Was liegt näher als die Geräte mit nem eigenen XMPP-Konto zu versorgen und direkt ansprechbar zu machen? Gedacht, gesagt, getan.

Frei nach dem Motto: wir sind Nerds, das ist unsere Base, wurden Nerdbase.one bzw. Nerdbase.link als XMPP Adress-Domains gesichert und alle Geräte per XMPP angebunden.

Jetzt kann man ganz easy diverse Lüftungsgitter suchen, an den Fernseher schicken und nach dem Abendessen gemeinsam sinnieren, welches in den Serverschrank soll.

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gpg –detach-sign -a ischtar

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